Judith Bauernfeind



Judith BauernfeindIn einer der Kiste mit den alten Videos der Familie Bauernfeind fand sich vor kurzem ein interessantes Band: Darauf ist die kleine 4-jährige Judith, die im Wohnzimmer eine Show hinlegt, die alles zu bieten hat: einen Mix aus allen ihren „bekannten“ Kindergartensongs, Chartstürmern der damaligen „Bravo Hits CD“ ihrer Schwester und ihre Lieblingssongs aus dem Musical „König der Löwen“ – und dazu eine Choreographie, die von Löwenmähnenschütteln bis zum Verbeugen alles abdeckt. Früh übt sich eben!

Schon seit ihrer Grundschulzeit zieht es Judith auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Kein Wunder, stammt sie doch aus einer „Theaterfamilie“. Judith spielte unter anderem in der Theatergruppe "vogelfrey" ihres Onkels Günther Bauernfeind in Viechtach und führte auch schon selbst Regie bei einem Musical ihres Abiturjahrgangs, das sie auch noch größten Teil selbst geschrieben hatte. Ob als Darstellerin bei den „Burgfestspielen Neunußberg“ oder als Sängerin in einer ihrer vielen Bands – immer ist sie mit voller Leidenschaft bei der Sache.
Judith sang sich bisher durch alle Genres und probiert auch heute noch musikalisch alles aus, was sie interessant findet – von Jimi Hendrix über Led Zeppelin bis zu Norah Jones und Amy Winehouse ist alles dabei. So richtig hat sie „ihre Musik“ noch immer nicht gefunden – und das möchte sie vielleicht auch überhaupt nicht, denn sie will immer offenbleiben für Neues. Zurzeit macht sie zum Beispiel elektronische Musik, wenn sie nicht gerade ihrer Ausbildung als Sängerin am „music college“ in Regensburg nachgeht oder bei Oschnputtl eine Haupt- und eine Nebenrolle einstudiert.
Und eins ist dabei sicher: Wie die 4-Jährige von damals wird Judith Bauernfeind wieder - ob als Täubchen oder als Oschnputtl selbst- eine große Show bieten, auf die sich die Zuschauer freuen dürfen!


Hier ein kleines Interview mit unserem Täubchen:

Judith

 Was ist deine Aufgabe in Oschnputtl? Als junges „Täubchen“ gehe ich bei meinem Meister bei der „Täubchen & Täubchen Co. KG“ in die Lehre – dass ich ihn mit meiner begriffsstutzigen Art dabei jedoch ziemlich auf die Palme bringe, überseh´ ich vor lauter Begeisterung für unseren Handwerkerjob gerne.
Außerdem bin ich die Zweitbesetzung des Oschnputtls, falls der Armen die ganzen Erbsen doch mal zu viel werden... und wer wird nicht mal gern über Nacht zur Prinzessin?!


 Hast du eine musikalische Ausbildung? Ja, ich kann auf zehn Jahre Gitarrenunterricht zurückblicken. Dann wurde das Singen meine große Leidenschaft und deswegen habe ich mit 16 Jahren begonnen Gesangsunterricht bei Klaudia Salkovich–Lang zu nehmen. Diese hat mich - zusammen mit Sven Ochsenbauer, bei dem ich drei Jahre Piano-Unterricht erhalten habe - für meine jetzige Ausbildung vorbereitet.

Zurzeit bin ich Studentin am „music college“ in Regensburg, das ich im Sommer voraussichtlich als staatlich geprüfte Chorleiterin und Leiterin für Popularmusik abschließen werde. Mein Schwerpunkt liegt hier im Fach Gesang, zusätzlich werde ich aber auch in diversen theoretischen Bereichen, wie beispielsweise Musikgeschichte und Harmonielehre, ausgebildet.

 

 Musik als Beruf oder Hobby? Dieselbe Frage hat sich mir nach dem Abitur 2010 auch gestellt. Aber eigentlich war mir immer klar, dass es mit der Musik in professioneller Richtung weitergehen soll – immerhin hat sie schon zu diesem Zeitpunkt einen Großteil meines Lebens bestimmt. Außerdem war die Chance, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen, einfach zu verlockend! Dazu kam dann noch die Unterstützung meiner Familie und Freunde, die von dem Plan begeistert waren. Das alles hat dann dazu geführt, dass ich im Sommer 2010 meine Bewerbung für das „music college“ abgeschickt habe – und genommen wurde! Dort hat mich Tom Bauer beim Prüfungskonzert gesehen - und kurze Zeit später war ich engagiert!

 Gibt es andere erwähnenswerte Projekte? Einiges! Seit Mai 2011 bin ich Sängerin der Soul/Funkband „Tuneship“, eine Formation um den Bassisten Sandalo Lopez. Als Teil von „A Tribute to Billy Joel“ steh ich als Backgroundsängerin auf einer Bühne. Im Sommer 2012 werde ich außerdem mit den Bands „Wolke 7“ und „Starfish & Coffee“ als Sängerin bei einigen Hochzeiten für den musikalischen Rahmen sorgen.

Musikalisch ganz anders, aber gerade deshalb so interessant ist meine derzeitige Zusammenarbeit mit zwei verschiedenen Münchner DJ-Teams „Morz des Soundsystem“ und „COEO“. Hier singe ich in Clubs live zu den Electro-Sounds, die von den DJs aufgelegt werden. Eine tolle Herausforderung. Im Aufbau ist zudem ein Projekt namens „Fräulein Unverblümt“, ein reines Mädels-Trio, das mit selbst arrangierten Coverversionen aktueller Songs ganz unverblümt gesagt glänzend wird.

 

 Was waren die Höhepunkte bisher? Mit „COEO“ gab es Anfang 2012 einen Live-Auftritt im Rahmen der on3 Fernsehshow „Südwild“ des Bayerischen Rundfunks. Letztes Jahr hatte ich die Chance Nadine Beiler, Österreichs Gewinnerin von „ X Factor“ bei ihrem Auftritt in der Olympiahalle Innsbruck als Background Sängerin zu unterstützen.
Ein weiteres Highlight 2011 war der Auftritt mit „ A Tribute to Paul Simon“ im Rahmen der „Ingolstädter Jazztage“, bei dem ich mit Gerwin Eisenhauer, Lisa Wahlandt und Markus Engelstädter auf einer Bühne stand.

 

Judith  Wie soll’s weiter gehen? Im Moment geht es mit Riesenschritten auf meine Abschlussprüfung hin. Da ich mich aber noch nicht von Regensburg trennen möchte, werde ich ein optionales drittes Jahr an meine Schulzeit am „music college“ dranhängen, in dem ich zusätzliche pädagogische Qualifikationen erhalte. Danach geht es dann hoffentlich zum Musikstudium zur nächsten Station: der Traum wäre 2014 in Berlin Gesang studieren zu können.

 

 Wie würdest du deine Rolle beschreiben? Naiv, aufgedreht, schnell zu begeistern, genauso schnell eing'schnappt, kindlich, begriffsstutzig, emotional … jetzt gehen mir bald die Adjektive aus (lacht)! Das junge Täubchen vereint so viele Charakterzüge in einer Person! Das ist das wirklich Spannende an meiner Rolle - und außerdem macht’s natürlich unglaublich Spaß auf der Bühne, quasi offiziell, so richtig „rumzukasperln“!

Als Oschnputtl bin ich dagegen wieder ganz natürlich, aber auch schlau und eigenwillig – da kann man bei den Proben schon mal etwas durcheinander kommen, wenn man schnell zwischen dem Täubchen und Oschnputtl durchwechseln soll. Aber gerade, dass beide Rollen so unterschiedlich sind, macht für mich den Reiz beim Theaterspielen aus.